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Muskelkater – Übersäuerung durch Laktate ist ein Mythos

Viele haben im Sportuntericht noch gelernt: der Muskel wird durch Milchsäure (Laktate) übersäuert und das verursacht die Schmerzen, die man einige Stunden bis Tage nach der Überanstrengung spüren kann.

Muskelkater - Übersäuerung ist ein Mythos

Muskelkater – Übersäuerung ist ein Mythos (Foto: Dirima | iStockphoto | Thinkstock)

Theorie der Übersäuerung durch Laktate widerlegt
Da aber sowohl Einsteiger als auch trainierte Sportler Laktate bildet, kann diese Theorie heute weitgehend ausgeschlossen werden. Viel wahrscheinlicher ist eine andere Ursache für den Muskelkater:

Muskelkater – Kleine Risse in den Muskelfasern

Es entstehen bei der Überanstrengung eines Muskels schnell kleine Risse im Gewebe, die dann zu Entzündungen führen. Der Muskel schwillt an und es entstehen die allseits bekannten Schmerzen, die im Volksmund als Muskelkater bezeichnet werden (ursprünglich aus dem Wort Katarrh – Entzündung entstanden).

Wie bekommt man den Muskelkater am besten wieder weg?

Es gibt leider keine einfach Möglichkeit den Muskelkater zu beseitigen. Man kann sogar durch falsches Verhalten, den Prozess verzögern: durch Massagen kann das Muskelgewebe noch weiter gereizt werden und es dauert länger bis die Entzündungen abklingen können.

Abzuraten ist auch davon, sich einfach wie vorher (oder sogar noch stärker) ins Training zu stürzen, da so die Zeit, die der Muskel zur Regeneration benötigt noch verlängert wird.

Bei sportlicher (Über)belastung kann es auch zu einer Unterversorgung mit Magnesium kommen: Die typischen Symptome.

Ruhigstellen und Wärme

Ein warmes Bad oder ein Besuch in der Sauna kann helfen den Schmerzen zu lindern. Da die Durchblutung angeregt wird, werden Abfallprodukte schneller abtransportiert, was den Vorgang beschleunigt. Abwarten und Lockerungs-Übungen sind hier also die beste Medizin.

Muskelkater von vorn herein vermeiden

Laut Untersuchungen von Wissenschaftlern ist es für die Entstehung von Muskelkater auch nicht entscheidend, ob vor und nach dem Sport Erwärmung und Dehnung durchgeführt wurden.

Muskelzucken

Wenn es um Muskelkater und die Überforderung von Muskelgruppen geht, denkt man fast zwangsläufig an die großen Muskelgruppen des Körpers – Arme, Beine, Bauch, Rücken. Dabei können auch kleine Muskeln ganz schön „allergisch“ reagieren, wenn man sie zu sehr stresst. Ein Beispiel dafür ist die feine Muskulatur der Augenpartie. Wer den ganzen Tag im Büro hockt und auf einen Bildschirm starrt, verlangt seiner Augenmuskulatur Hochleistungen ab. Ist sie überlastet, reagiert sie häufig mit Muskelzucken. Wie das lästige Augenlidzucken entsteht und was man dagegen unternehmen kann, haben wir in einem ausführlichen Artikel zusammengetragen.

Viel wichtiger ist es, der Überanstrengung der Muskeln vorzubeugen: mit kleinen Einheiten (beim Laufen z.B. das Tempo und die Strecke) anfangen und erst nach und nach das Pensum zu erhöhen. So können die Muskeln sich auf die Anstrengung einstellen und die Bewegungsabläufe werden koordinierter (intramuskuläre Koordination), was auch eine Überanstrengung einzelner Muskel vermeidet. Das dauert zwar etwas länger, ist aber schmerzfreier und bringt somit mehr Spaß.

About Sebastian

Sebastian lebt und arbeitet als Unternehmer und Journalist in Berlin-Wannsee. Sein Büro teilt er mit einer schwarzen Katze, sein Leben mit seiner bezaubernden Frau. Er interessiert sich für die Börse, Fotografie, Medizin, Medien und Technik.

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